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Studentenverbindung ArtikelEine Studentenverbindung (auch Studentenkorporation) ist ein relativ enger Zusammenschluss einer Gruppe von derzeitigen und ehemaligen Studenten an einer Hochschule (letztere heißen Alte Herren beziehungsweise Hohe Damen oder auch Philister). In Deutschland sind etwa 2-3 Prozent aller Studenten Mitglied einer Verbindung. Obwohl genaue Zahlen schwer zu ermitteln sind, kann man davon ausgehen, dass sich 150 Tausend bis 200 Tausend Personen (Studenten und Berufstätige) in Deutschland und Österreich als "Verbindungsstudenten" nennen.
Es gibt Corps, Burschenschaften, Landsmannschaften, Turnerschaften, sowie musische, religiöse und zahllose Arten sonstiger Verbindungen. Die meisten Verbindungen tragen ihre Farben (Couleur) als Bänder, einige fechten Mensuren. Eine weitere Unterteilungsmöglichkeit ist es, nach reinen Männerbünden, gemischten Verbindungen und Damenverbindungen (nach ihrer Häufigkeit sortiert) zu unterscheiden. Bei gleichgeschlechtlichen und gemischten Verbindungen gibt es normalerweise eine andere Betonung verschiedener Aspekte des Gemeinschaftsgedanken. Praktisch alle Studentenverbindungen in Deutschland unterhalten ein eigenes Korporationshaus.
Ursprünglich konnten ca. Männer Mitglied einer Verbindung werden. Doch bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts existierten auch Damenverbindungen, die ausschließlich Frauen vorbehalten waren. Sie machten jedoch nachdem 2. Weltkrieg nicht wieder auf. Insbesondere aber seit den 1970er Jahren nehmen aber viele als Männerbünde gegründete Verbindungen auch Frauen auf. Zudem wurden seither auch wieder zahlreiche reine Damenverbindungen gestiftet.
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Die Studentenverbindungen entstanden aus den unterschiedlichsten Motiven.
Vor allem die in dem 19. Jahrhundert entstandenen Verbindungen haben in vielen Fällen eine Entsprechung in den bürgerlichen Vereinen.
Als Beispiele seien genannt:
- Turnverein - Turnerschaft / Turnverbindung
- Gesangverein / Chor - Sängerschaft / Akademischer Gesangverein
Aus der gegenseitigen Beeinflussung mit den älteren Traditionen der Landsmannschaften, Corps und Burschenschaften ergab sich ein buntes Bild akademischer Vereinigungen mit jeweils eigenen, zu dem Teil sehr alten Traditionen.
Auch wenn die Anzahl der Studentenverbindungen heute weitaus niedriger als zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist, existieren an nahezu allen deutschsprachigen Universitäten zusätzlich Verbindungen mit sehr unterschiedlichem Charakter.
Für Außenstehende ist die Unterscheidung der drei traditionsreichsten Studentenverbindungen (Landsmannschaften, Corps, Burschenschaften) schwer nachvollziehbar. In allen dreien fällt die Unterscheidung von schlagend und nicht-schlagend, farbentragend und nicht-farbentragend, die Gliederung in Aktivitas und Alte Herren und die zentrale Bedeutung der Verbindungshäuser auf.
Die Unterschiede beziehen sich vor allem auf die Gründungszeit und die Burschenschaften waren ursprünglich wohl ein bewusstes Gegenmodell zu den Corps. Mitglieder von Studentenverbindungen legen noch stets großen Wert auf die Unterschiede der Studentenverbindungen.
Die folgenden Punkte sollen einen Überblick über die verschiedenen Ausprägungen geben, sind jedoch keinesfalls umfassend.
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Vorbereitung einer Bestimmungsmensur
Das Schlagen von Mensuren war und ist ein traditioneller Bestandteil des Verbindungswesens. Früher vorherrschend war der Gedanke der Ehre und des Einstehens für die einzelne Studentenverbindung. Heute ist der Gedanke der so genannten Ehrenhändel eher unüblich. Je nach Ausprägung werden heute folgende Formen unterschieden:
- Pflichtschlagende Verbindungen fordern von Ihren Mitgliedern das Schlagen von Mensuren in einer meist in der Satzung der Verbindung festgelegten Anzahl.
- Fakultativ schlagende Verbindungen ermöglichen ihren Mitgliedern auf deren Wunsch hin das Schlagen einer Mensur. Die Bandbreite reicht hierbei von Studentenverbindungen, deren Satzung dieses Prinzip noch enthält, aber kein Mitglied das Pauken mehr erlernt hat bis hin zu Studentenverbindungen, die sich auf Grund regen Interesses der Mitglieder kaum noch von pflichtschlagenden Studentenverbindungen unterscheiden.
- Nicht schlagende Verbindungen lehnen das Schlagen von Mensuren grundsätzlich ab. Dies kann auf Grund der religiösen Überzeugung, aber auch auf der Tradition der eigenen Verbindung beruhen.
Bis 1983 wurde die Mensur von der katholischen Kirche mit Exkommunikation bestraft. Nachdem das Duell aufgegeben wurde, entfiel auch das Argument, dass die Mensur die Vorbereitung für das Duell wäre. Nach der neuesten Fassung des codex juris canonici (1983) steht die Bestimmungsmensur auch offiziell nicht mehr unter kirchlicher Strafandrohung, wenn durch das Einhalten der Sicherheitsbestimmungen die Gefahr schwerer Verletzungen ausgeschlossen ist. Sie wird aber nach wie vor von kirchlicher Seite als sittlich verwerflich angesehen.
Es gibt in Deutschland drei pflichtschlagende Korporationsverbände: den Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV, Kösener Corps), den Weinheimer Senioren-Convent (WSC, Weinheimer Corps) und den Coburger Convent (CC, Turnerschaften und Landsmannschaften). Die Deutsche Burschenschaft und die Deutsche Sängerschaft sind fakultativ schlagend.
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Als farbentragend werden Studentenverbindungen genannt, deren Mitglieder (immerhin bei offiziellen Veranstaltungen) ein Band, eine Kopfbedeckung (Studentenmütze) und einen so genannten Zipfel (oder auch Zipf) in den Farben ihrer Verbindung (Couleur) tragen.
Daneben existieren seit 1857 sog. farbenführende Verbindungen, deren Mitglieder keine Bänder tragen, aber einen Zipfel mit den Farben der Verbindung.
Einige Studentenverbindungen tragen weder Farben, noch führen sie Farben.
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Studentenverbindungen, die das Toleranzprinzip vertreten, sind tages- und parteipolitisch neutral, verachten jedweden Radikalismus und nehmen Mitglieder unabhängig von ihrer ethnischen und sozialen Herkunft und religiösen Überzeugung auf.
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Die gängigsten Formen von Studentenverbindungen | |
Auch angesichts der Vielfalt der Studentenverbindungen kommen bestimmte Formen besonders häufig vor; diese werden nachfolgend kurz aufgezählt (vgl: Liste der Dachverbände von Studentenverbindungen):
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Obwohl viele Studentenverbindungen ihre Mitglieder zu dem bewussten und verantwortlichen politischen Denken ermutigen, werden sie selbst nicht politisch aktiv. Bekannte Ausnahmen sind die in der Deutschen Burschenschaft organisierten Verbindungen.
Kennzeichnend für alle Verbindungen ist das Lebensbundprinzip, nachdem man sich auch nachdem Studium - als Alter Herr, Philister oder Hohe Dame seinem Bund, den Bundesbrüdern beziehungsweise Bundesschwestern verbunden fühlt und diese beispielsweise durch finanzielle Abgaben unterstützt.
Durch den Umgang mit Menschen verschiedener Profession und unterschiedlichen Alters sollen die sozialen Kompetenzen des Einzelnen verbessert werden, die Übernahme von fachfremden Aufgaben während des Studiums wird als Training für den späteren Berufsalltag angesehen. Die heutigen Studentenverbindungen sind sich darin einig, dass dauerhafter Erfolg ca. durch Leistung erzielt werden könne und dass die Bildung von akademischen Eliten für die Gesellschaft förderlich sei.
Entscheidungen werden durch Beschlüsse in den sogenannten Conventen (dies sind die Versammlungen der Mitglieder) herbeigeführt.
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Studentenverbindungen stehen stets wieder in dem Mittelpunkt diverser Kritik.
- Studentinnen sind in der couleurstudentischen Szene stark unterrepräsentiert. Studentenverbindungen werden darum häufig als ausgrenzend und frauenfeindlich eingestuft. Tatsächlich aber gingen seit den 70er Jahren vergleichsweise viele Verbindungen dazu über, auch Frauen aufzunehmen. Es wurden zusätzlich auch einige reine Damenverbindungen gegründet, deren Gründungen in letzter Zeit stark zunahmen. Trotzdem ist der weibliche Anteil in Verbindungen zusätzlich sehr klein.
- Studentenverbindungen werden häufig als System von Seilschaften genannt. Anstatt des Leistungsprinzips seien die in der Korporation aufgebauten Beziehungen maßgeblich für die spätere Karriere des Studenten. Korporierte entgegnen, dass auf diese Weise auch Vereine und andere Zusammenschlüsse zu kritisieren seien, da auch dort geholfen werde, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen. Durch ihre Zusammensetzung als Bünde von Akademikern möge das allerdings besonders für Studentenverbindungen gelten, in ähnlicher Weise wie für Gewerkschaften in dem nichtakademischen Bereich.
- Eine hierarchische Struktur wird in dem Fuchsenstatus (je nach Verbindung statt 'Fuchs' auch 'Fux' geschrieben) gesehen. Ein Fuchs befindet sich in einer normalerweise zwei Semester betragenden Probe-/Orientierungsphase mit reduziertem Beitrag, mehr Pflichten und eingeschränkten Rechten. Verbindungen verweisen hierbei jedoch auf das dem Philisterium einer Studentenverbindung zugrunde liegendem Vereinsrecht, welches antidemokratische Strukturen nicht zulässt. Zusätzlich stellen die durch das bundesgeschwisterliche "Du" miteinander verbundenen Mitglieder der couleurstudentischen Szene heraus, dass sie dem Gleichheitsideal verhaftet sind. Zwar sind Neumitglieder in dem Gremium des Burschenconvents, welcher über für Füxe nicht ohne weiteres einsehbare Interna entscheidet, noch nicht zugelassen, sie haben aber in dem Allgemeinen Convent, bei dem die meisten Entscheidungen über die Verbindung getroffen werden, volles Stimmrecht.
- Der Ehrbegriff, den sich ein relativ großer Teil der Verbindungen auf seine Fahnen schreibt, erscheine überholt, da er auf Stärke, dem Zusammenhalt einer Elite und Männlichkeit basiere. Diese Kritik richtet sich hauptsächlich an schlagende Verbindungen, in besonders starkem Maße an Burschenschaften der Deutschen Burschenschaft (Siehe dazu: Satisfaktion). Viele Verbindungen lehnen jedoch den Begriff einer besonderen "Studentischen Ehre" per Grundsatzprogramm ab und führen anstatt dem häufig benutzten Dreiklang „Ehre, Freiheit, Vaterland“ den Passus „Gott, Freiheit, Vaterland“.
- In politisch aktiven Studentenverbindungen spielen teilweise deutschnationale bis zu revisionistische oder faschistische Ideologien eine Rolle. Derzeit werden deutschlandweit drei Studentenverbindungen vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Mehrheit der Korporierten lehnt dagegen radikale Tendenzen ab und verweist auf das breite Spektrum von Studentenverbindungen.
- Alkohol wird beispielsweise auf Kneipen als selbstverständlich erachtet und häufig in großen Mengen konsumiert. Nicht ca. Füxe können sich dem traditionell zügellosen Missbrauch nicht entziehen. Progressivere Studentenverbindungen lassen heutzutage aber durchaus alkoholfreie Getränke zu und eine Trinkpflicht widerspricht auch dem Mäßigkeitsprinzip einiger Verbindungen.
- Alte Strukturen, Rituale und Gepflogenheiten werden in vielen Verbindungen kaum der Aktualität angepasst und zeigen in der Sicht von Kritikern somit das ewiggestrige Gedankengut Korporierter auf. Diese möchten jedoch bewusst die nicht selten über 100 Jahre alten Traditionen beibehalten und auf diese Weise ihre Identität wahren und pflegen; dadurch konnten sich Studentenverbindungen auch häufig nach längeren Perioden von Verboten, wie durch die Karlsbader Beschlüsse oder in dem "Dritten Reich" aus ihrer Tradition wiedergründen.
- Studentenverbindungen sind häufig sehr innenbezogen, schotten sich gegenüber kritischen Einblicken von außen ab und stellen sich der Öffentlichkeit nicht genügend dar, so dass Außenstehende geradezu zu Vorurteilen eingeladen werden.
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Historisch sind die Studentenverbindungen als Selbstschutzorganisation der fahrenden Scholaren in dem ausgehenden Mittelalter entstanden. In der Regel waren sie landsmannschaftlich organisiert, daher der Name der Landsmannschaften. Aus dem Quartier der Studenten, der Burse, wurde der Begriff Bursche und ab 1815 der Name Burschenschaft abgeleitet.
Siehe auch: Urburschenschaft .
Durch den Wiener Kongress wurde Deutschland in eine erheblich verringerte Zahl von Einzelstaaten gegliedert, ein Prozess, der bereits mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches in dem Jahre 1806 durch den Habsburger Franz II. (als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation) als Reaktion auf die Proklamation Napoleons zu dem Kaiser Frankreichs begonnen hatte. Der lockere Deutsche Bund souveräner Staaten entstand. Diese Entscheidung wurde vor allem von patriotisch gesinnten Studenten als Verrat am erhofften deutschen Reich angesehen.
Während der Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon bildeten Landsmannschaften (Corps) und Burschenschaften einen erheblichen Teil des Widerstands. In der Folge wurden sie sowohl zu dem Träger des nationalen Gedankens als auch zu Vorkämpfern für mehr Demokratie in Deutschland. Vor allem die Burschenschaften wurden daher ab 1819 aufgrund der Karlsbader Beschlüsse verfolgt. Viele Verbindungsstudenten waren an den Revolutionen von 1848 beteiligt.
Mit der Zunahme der Studentenzahl Ende des 19. Jahrhunderts wurden stets mehr Studentenverbindungen gegründet, dies war die Blütezeit der Studentenverbindungen. Zugleich fand Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts die sog. Erste Progresszeit statt. Hiervon war insbesondere die Mensur betroffen.
Nach dem Ersten Weltkrieg schlossen sich viele Korporationsstudenten den Freikorps an. In der Weimarer Republik propagierten große Teile der Studenten - und mit ihnen viele Verbindungsstudenten - die republikfeindliche Konservative Revolution. Häufig wird den Verbindungen jener Zeit eine Nähe zu dem Nationalsozialismus nachgesagt, was aber so nicht zutreffend ist: Bei nicht wenigen Studentenverbindungen herrschte Skepsis gegenüber den teils als kleinbürgerlich, teils als sozialistisch eingeschätzten Nationalsozialisten vor, andere wiederum unterstützten ihren Griff nach der Staatsmacht. Die Vielfalt der Verbände und Verbindungen läßt eine generelle Aussage über das Verhalten "der Korporationen" jedoch nicht zu; mehr Details finden sich in den Abschnitten zur Geschichte der einzelnen Dachverbände (vgl. Liste der Dachverbände von Studentenverbindungen, Die gängigsten Formen von Studentenverbindungen)
Während der Zeit des Nationalsozialismus waren die meisten Studentenverbindungen verboten, einige wenige versuchten als gleichgeschaltete Studentenbünde (sogenannten Kameradschaften) zu überleben.
Ab 1950 wurden Studentenverbindungen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und Österreich wieder zugelassen. Es folgten eine Reihe von Wiedergründungen und Neugründungen. Verbindungen, die vor dem Krieg ihre Heimat in Ost- und Mitteldeutschland hatten, verlegten ihren Sitz in die Bundesrepublik. Dabei kam es zu einer Reihe von Fusionen. Die Nachkriegszeit brachte die Zweite Progresszeit mit sich.
In der DDR blieben Studentenverbindungen verboten. Erst in den 1980er Jahren gründeten sich an einigen Universitätsstandorten, meist unter dem Deckmantel historischer- oder Fechtvereine und unter strenger Beobachtung durch das Ministerium für Staatssicherheit Studentenverbindungen neu (siehe Rudelsburger Allianz).
Nach der Wende wurde es auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wieder möglich, die Studentenverbindungen an den Universitäten neu zu beleben. Es kam dabei vor allem zu Neugründungen und Wiedergründungen. Ca. wenige Verbindungen verlegten ihren Sitz zurück an die Heimatuniversität. Die Studentenverbindungen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR haben unter anderem mit der Tatsache zu kämpfen, dass seit etwa 1937, also seit über 50 Jahren der Begriff der Studentenverbindung von den jeweils herrschenden politischen Systemen negativ belegt wurde. Auch fehlen die für das Verbindungsleben wichtigen Alten Herren in dem Umfeld der Universitätsstadt.
Im November 2002 fand in Würzburg der erste Weltkorporationstag, ein Treffen von Studentenverbindungen aus aller Welt, statt.
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Studentenverbindungen in anderen Ländern | |
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Bei Belgien muss man zwischen Studentenverbindungen in dem flämischen und wallonischen Teil unterscheiden.
Im flämischen Teil gibt es fast ca. katholische Studentenverbindungen. Sie ähneln stark den katholischen Verbindungen des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) in Deutschland und Österreich und besitzen in dem Gegensatz zu den wallonischen Verbindungen sogar eigene Häuser. Daneben gibt es seit kurzer Zeit auch ein Corps [1] (http://www.flaminea.org) und eine Burschenschaft nach deutschem Vorbild.
Im wallonischen Teil gibt es so genannte Cercle, die meist fast alle Studentinnen und Studenten einer Fachrichtung vereinigt. Sie sind von der Tradition sicherlich mit den deutschen Studentenverbindungen verwandt, denn es gibt einen Fuxenstatus (bleu) und Burschenstatus. Außerdem gibt es so etwas wie einen Leibbursch, der dort Pate genannt wird. Fast alle Cercle haben Studentenmützen, die allerdings in dem Vergleich zu den üblichen Studentenmützen in dem deutschsprachigen Raum einen überlangen Schirm haben. In manchen Verbindungen werden immerhin vom Vorstand auch Bänder getragen. Der Fuxenstatus in wallonischen Cercle ist in dem Vergleich zu dem Fuxenstatus in deutschen Studentenverbindung extrem. Die Bleu werden gezwungen maßlos Bier zu trinken, in Restaurants die Essensreste von den Tellern zu essen, bekommen häufig ihren Kopf geschoren und die Studentinnen und Studenten müssen häufig sexuelle Handlungen aneinander vornehmen.
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Die chilenischen Studentenverbindungen sind in ähnlicher Weise organisiert und auch bewusst angelehnt an die Studentenverbindungen der Deutschen Burschenschaft. Häufig wird eine besondere Verbindung zur deutschen Kultur, beispielsweise das Beherrschen der deutschen Sprache, als Mitgliedsvoraussetzung verlangt. Da vielen Deutschchilenen die nachdem Zweiten Weltkrieg in Deutschland einsetzende kritische Auseinandersetzung mit der Nazizeit fehlt, ist deutschnationales Gedankengut in chilenischen Studentenverbindungen nicht selten anzutreffen.
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In Dänemark gibt es eine Studentenverbindung nachdem Vorbild der deutschen VVDSt.
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Die finnischen Korporationen heißen Nationen . Manche von ihnen unterhalten Kontakt zu den estnischen Korporationen.
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Im Elsaß (Frankreich) gibt es einige Studentenverbindungen, die denen in Deutschland ähneln. Die elsässische Verbindung Wilhelmitana ist suspendiert, Reaktivierungsversuche blieben aber bislang erfolglos. Die Verbindung besitzt aber noch ihr Korporationshaus. In dem Frühjahr 1992 wurde die Verbindung "Alsatia Strasbourg" von österreichischen CVern gegründet. Die Verbindung wurde in den Europäischen Kartellverband (EKV) aufgenommen und wies die Farben "orange-violett-orange auf schwarzem Grund" - die Farben der alten Bischofs- und Bergmannsstadt in dem Elsaß - auf. In der Folge (Juni 1996) wurde der Verbindungsname wegen der Ähnlichkeiten zu einer Verbindung die nachdem Ersten Weltkrieg existierte, nach Robert Schuman benannt. Die Verbindung heißt heute "Europäische Studentenverbindung (E.St.V.)/Fraternité Européenne d'Etudiants (F.E.E.) Robert Schuman-Argentorata zu/à Strasbourg" und hat nun die Farben "blau-sonnengelb auf silbernem Grund". Die offizielle Abkürzung ist RSA. Die Mitglieder sind heute in dem wesentlichen Franzosen. Daneben gibt es noch eine spezifisch französische Art von Studentenverbindungen. Dieser Verbindungstyp heißt Corpo und existiert etwa in Paris (Corpo Pharma Paris).
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In Italien gibt es die goliardischen Orden .
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In Kasachstan gab es Mitte der 1990er Jahre eine Unitas-Verbindung, über deren heutiges Bestehen nichts bekannt ist.
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In den Niederlanden ist ein sehr großer Anteil der Studenten in Studentenverbindungen (Studentenvereniging, häufig auch Dispuut) organisiert, wobei das dortige Verbindungswesen eher mit dem angelsächsischen vergleichbar ist, denn mit dem deutschen, sich aber auch von diesem abhebt.
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Typen, von der straff organisierten Verbindung bis zu dem lockeren Gesellschaftsverein. Ab und zu als Wertegemeinschaft in dem Nahbereich einer Kirche oder Partei, meistens nicht. Der Übergang zu studentischen Chören, Fach- oder Sportvereinen ist fließend. Es gibt auch zahlreiche Damen- und gemischte Verbindungen. Dispuuten sind selten in Dachverbänden organisiert. Sie verstehen sich selten als Lebensbund. Dementsprechend tragen die Reunionisten (Alten Herren, Hohen Damen) die Kosten ca. zu einem kleinen Teil. Das Innitiationsritual (Ontgroening) kann, je nach Verbindung, sehr streng sein. Es besteht selten aus einer Herausforderung, meist aus einer Erniedrigung.
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Die Studentenverbindungen in Österreich sind in dem Großen und Ganzen mit den Verbindungen in Deutschland vergleichbar. Die gesellschaftspolitische Relevanz ist (war) allerdings größer. So entstammen etwa beinahe alle Bundeskanzler der ersten Republik katholischen CV-Verbindungen. Engelbert Dollfuß war zu dem Zeitpunkt seiner Ermordung etwa Philistersenior seiner Studentenverbindung KÖHV Franco Bavaria (Wien). Posthum wurde ihm von allen Verbindungen des Österreichischen Cartellverbands die Ehrenmitgliedschaft (Bandphilister h.c.) verliehen. Die Verbindungen sind politisch insgesamt deutlich konservativer als jene in Deutschland. Außerdem ist das österreichische Korporationswesen tief gespalten in katholische und schlagende Verbindungen. Gemeinsame Auftritte bei universitären oder allgemein gesellschaftlichen Veranstaltungen sind in Österreich nach wie vor undenkbar. Die einstige aggressive Ablehnung, die ihren traurigen Höhepunkt in der Ermordung eines katholischen Grazer Studenten Anfang des 20. Jahrhunderts fand, hat sich mittlerweile in ein "nicht einmal ignorieren" gewandelt. Manche Korporationsverbände wie etwa der Cartellverband oder der nicht-farbentragende Kartellverband koexistieren als deutsche und österreichische Verbindungen, weisen aber gemeinsame Wurzeln und teilweise sogar eine gemeinsame Geschichte auf. Partiell kann bei den schlagenden, nationalen österreichischen Verbindungen eine besondere Verbundenheit mit Deutschland festgestellt werden. Ungewöhnlich ausgeprägt ist in Österreich das Schülerkorporationswesen. Der größte Verband von Mittelschulverbindungen ist der Mittelschüler Kartell Verband, kurz MKV. Österreichische Mittelschulverbindungen nennen sich größtenteils auch als "Studentenverbindung".
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Die Wurzeln des polnischen Korporationsstudententums gehen auf die deutschen Universitäten in dem außerpolnischen Ausland (Breslau, Wien, Berlin, Dorpat, Riga, Dresden) zurück. Nach der Wiedergeburt eines unabhängigen polnischen Staates verlegten diese Verbindungen ihren Sitzins befreite Mutterland und verschrieben sich der Wacht über einen elitären Nationalstaatgedanken. Damit gerieten sie in Konflikt sowohl zu den vielen ethnischen Minderheiten als auch zu den herrschenden Pilsudski-Sozialisten. Die 1939 abgebrochene Tradition wurde von den Altherrenschaften über die Zeiten des Nationalsozialismus und Sowjetkommunismus gerettet. Seit 1988 gibt es Reaktivierungen und Neugründungen in ganz Polen.
Die polnischen akademischen Korporationen stehen in ihrem Brauchtum den deutschen sehr nahe. Es hat aber nicht die Aufteilung in nationalbewusste Burschenschaften, religiös ausgerichtete CV-Verbindungen und rein traditionelle Corps stattgefunden. Der Charakter der polnischen Korporationen kann als national-elitär-katholisch umrissen werden (Weitere Informationen unter http://www.zpka.org ).
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Das Korporationswesen in der Schweiz ähnelt dem in Deutschland und Österreich, allerdings mit einem Unterschied: Die drei großen Dachverbände "Schweizerischer Zofingerverein (Zofingia)", "Studentenverbindung Helvetia " und der "Schweizerischer Studentenverein (StV)", dem deutschen CV nahestehend, wurden von Anfang an als Dachverband gegründet und entstanden nicht aus Zusammenschlüssen einzelner Verbindungen. Daneben gehörten ihnen von Anfang an Verbindungen an Universitäten und Schülerverbindungen an. Letztere sind in der Schweiz weitaus häufiger anzutreffen als in Deutschland. Zudem waren alle drei Verbände ebenfalls von Anfang an politische Vereine (Siehe auch Schweizerischer Studentenverein (http://www.schw-stv.ch)).
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In der Slowakei gibt es katholische Verbindungen, darunter die Studentenverbindung Istropolitan.
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In Slowenien gibt es katholische Verbindungen, darunter die Akademische katholische Vereinigung Amos in Maribor (Marburg an der Drau).
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Die spanischen Studentenverbindungen sind musische Verbindungen und heißen tunas.
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In Tschechien gibt es einige katholische Verbindungen, darunter die Katholische Studentenverbindung Pragensis und einen Unitas-Verein.
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In der Ukraine gibt es katholische Verbindungen, nämlich die GUKS (Gemeinschaft ukrainischer katholischer Studenten) Obnova zu Lviv (Lemberg), Ternopil und Czernowitz. Diese Verbindung an drei Hochschulorten ist Mitglied des Europäischen Kartellverbandes (EKV). Diese nehmen Studententinnen und Studenten mit ukrainisch-katholischer Religionszugehörigkeit auf. In Czernowitz gibt es in dem Priesterseminar eine Sektion, die ca. männliche Studenten aufnimmt.
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In Ungarn gibt es Schülerverbindungen.
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Vereinigte Staaten Amerika und Kanada | |
Die Bruderschaft (englisch fraternity) ist die angloamerikanische Form der Studentenverbindung. Studentinnen organisieren sich in sororities.
Eine einzelne Verbindung unterhält meist Vertretungen, sogenannte chapters an mehreren, teilweise sogar sehr vielen Hochschulorten.
Die Namen der Verbindungen setzen sich gewöhnlich aus zwei griechischen Buchstaben zusammen, zudem hat jedes chapter einen aus i.d.R. drei Griechischen Buchstaben zusammengesetzten Namen. Diese Form des Verbindungswesens wird daher auch als greek system genannt.
Die Mitgliedsbeiträge werden in dem Unterschied zu europäischen Verbindungen von den studierenden Mitgliedern erbracht.
Es ist wahrscheinlich, dass die amerikanischen fraternities und sororities mit den Studentenorden in dem 18. Jahrhundert gemeinsame Wurzeln mit den europäischen Studentenverbindungen haben.
Einige fraternities kennen das Farbentragen in Form eines Couleurbandes, welches aber ca. bei den eigenen Veranstaltungen getragen werden darf. In praktisch allen fraternities und sororities gibt es den dem Fuchsen entsprechenden Status des pledge.
Es gibt aber auch wesentliche Unterschiede zu europäischen Studentenverbindungen, insbesondere den deutschsprachigen: fraternities und sororities kennen keine Mensur und keinen beziehungsweise ca. rudimentär vorhandenen Comment wie diese.
Nicht von der Hand zu weisen ist dagegen ein politischer Einfluss, immerhin der Mitglieder (siehe insbesondere Skull and Bones).
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Weiterführende Informationen | |
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- Liste der Dachverbände von Studentenverbindungen, Liste verbindungsstudentischer Begriffe
- Schülerverbindung, Damenverbindung, Kneipe (Studentenverbindung), Kommers, Kommersbuch, Studentenlied, Studentensprache, Couleur, Comment, Civis Academicus, Couleurkarte, Mensur (Studentenverbindung)
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